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Informationen zum Rauchen und Nichtrauchen

Mythen und Fakten

Jeder – ob Raucher oder nicht – weiß, dass Raucher ein hohes Risiko haben, irgendwann in ihrem Leben schwer zu erkranken. Das interessiert die meisten Raucher allerdings wenig – solange sie jung sind. Dies ist nicht verwunderlich, denn in der Regel dauert es Jahrzehnte, bis der Herzinfarkt oder die Krebserkrankung auftritt. Ein Beispiel ist der legendäre „Marlboro Man”, der viele Jahre Werbung für Marlboro gemacht hat. Er ist selbst an Lungenkrebs gestorben.

Vorab einige Zahlen:

  • Zwischen 12 und 17 Jahren sind 90 % aller Jugendlichen Nichtraucher, zwischen 18 und 25 Jahren sind es auch noch satte 70%.
  • Mehr als die Hälfte der rauchenden Jugendlichen und jungen Erwachsenen haben den Wunsch, das Rauchen aufzugeben oder zumindest weniger zu rauchen
  • Etwa zwei Drittel haben mindestens einmal versucht aufzuhören

Mythos: besser konzentrieren
Können sich Raucher wirklich besser konzentrieren? Das denken viele Raucher. Aber stimmt das auch?
Forscher aus Amerika haben dazu Untersuchungen gemacht. In denen mussten Raucher, Nichtraucher und Raucher, die gerade aufgehört hatten, verschiedene Konzentrationstests am Computer machen. Zum Beispiel mussten sie sich Zahlenreihen oder Buchstaben merken. Von Test zu Test wurden die Aufgaben schwieriger. Bei einer anderen Übung mussten sie einen Fahrsimulator, also Lenkrad, Gaspedal und Gangschaltung bedienen. Wie bei einem wirklichen Auto. Und auf der „Straße” hatten sie dann mit verschiedenen Hindernissen zu kämpfen: Ölspuren, Kurven, unerwartet auftauchende Autos usw.
Die Ergebnisse der Tests zeigten: Bei allen schwierigeren Tests schnitten die Raucher am schlechtesten ab. Die Nichtraucher erzielten die besten Ergebnisse. Die, die sich das Rauchen gerade abgewöhnten, lagen dazwischen. Je schwieriger die Tests, desto deutlicher wurden die Unterschiede.

Mythos: Rauchen entspannt
Auch das mit der Entspannung durchs Rauchen stimmt nicht wirklich. Denn nach einer Zigarette steigt der Blutdruck an und das Herz schlägt schneller. Das ist also alles andere als Entspannung! Dass Raucher sich aber trotzdem nach einer Zigarette entspannter und weniger gestresst fühlen, liegt eher am Nachlassen der Entzugserscheinungen und des „Schmachters”.

Beim Sex geht nicht mehr alles
Männliche Raucher haben beim Sex öfter Probleme: Sie haben Schwierigkeiten, eine Erektion zu bekommen, und ein höheres Risiko, impotent zu werden. Das Risiko steigt, je länger geraucht wird.
Rauchen verschlechtert die Durchblutung des Körpers. Davon bleibt auch der Penis nicht verschont. Und das nicht erst mit 30 oder 40 Jahren, sondern schon direkt nach jeder Zigarette. In Amerika wurde folgende Untersuchung durchgeführt: Über 400 männliche Raucher bekamen ein Gerät an ihren Penis angeschlossen, das die Geschwindigkeit der Erektion misst. Dann bekamen die Männer entweder Zigaretten oder Pfefferminzbonbons. Danach sah jeder Mann einen erotischen Film an. Das Gerät maß gleichzeitig die Erektion. Das Ergebnis: Nach dem Rauchen einer Zigarette war die Erektion weniger stark als bei Männern, die einen Bonbon gelutscht haben. Rauchen wirkt sich also direkt auf die Potenz aus.

Fakt: Schlechte Zähne gibt's dazu
Rauchen macht nicht nur die Zähne gelb, sondern: Raucher haben ein dreimal so hohes Risiko, an Parodontitis zu erkranken. Das ist eine Zahnfleischerkrankung, bei der erst Zahnfleischbluten auftritt und schließlich die Zähne ausfallen. Der Grund ist einfach: Rauchen wirkt sich negativ auf das Immunsystem in der Mundhöhle aus. Leider tritt das nicht erst im hohen Alter auf. Raucher mit Parodontitis sind meist zwischen 30 und 35 Jahre alt. Bei Nichtrauchern tritt die Krankheit im Durchschnitt viel später auf.

Fakt: Antibabypille und Rauchen – ein gefährlicher Mix
Frauen, die mit der Pille verhüten und rauchen, schaden ihrer Gesundheit und ihrem Körper – egal in welchem Alter. Denn Rauchen wirkt verengend auf die Blutgefäße, die Pille verstärkt diese Neigung. Daher erhöht sich das Risiko für Herzinfarkt oder Gefäßverschlüsse wie Thrombosen.

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Passivrauchen

Passivrauchen ist schädlich
Passivrauchen ist nicht so schlimm? Irrtum: Passivrauchen ist extrem schädlich. Und das ganz besonders für Kinder und Jugendliche. Eltern wissen in der Regel nicht, was sie ihren Kindern mit dem Rauchen antun. Eltern lieben ihre Kinder. Und Eltern, die ihre Kinder lieben, wollen sie natürlich nicht schädigen.

Wenn schwangere Frauen rauchen, dann

  • sterben die Babys nach der Geburt ungefähr 7 Mal häufiger am „Plötzlichen Kindstod”,
  • kommen die Babys kleiner und mit geringerem Geburtsgewicht zur Welt,
  • erhöht sich die Rate der Fehl-, Früh- und Totgeburten.

Wenn Eltern ihre Kinder Zigarettenrauch aussetzen, dann

  • zeigen die Kinder viel häufiger allgemeine Beschwerden wie zum Beispiel Schwindel, Kopfschmerzen, Husten und Konzentrationsstörungen,
  • haben die Kinder häufiger Mittelohrentzündungen und Erkrankungen der Atemwege wie Asthma und Bronchitis.

Was können Eltern oder schwangere Frauen also tun?

  • Nicht in Gegenwart der Kinder rauchen.
  • Alle Räumlichkeiten, in denen sich Kinder aufhalten, vollständig rauchfrei halten.
  • Wenn eine Schwangerschaft besteht, sofort mit dem Rauchen aufhören (vorher wäre noch besser). Es ist Unsinn, dass die Entzugssymptome für das Ungeborene gefährlicher sind als das Rauchen.

Du siehst, es lohnt sich immer, nicht mehr zu rauchen. Denn Studien haben auch gezeigt: Wer mit dem Rauchen aufhört, verringert deutlich sein Risiko zu erkranken.

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So arbeitet die Tabakindustrie

Tabakfirmen wollen vor allem eins: Viele Zigaretten verkaufen. Doch sie haben ein Problem.
Zigaretten führen zu Gesundheitsschäden, und Raucher sterben früher als Nichtraucher – in Deutschland sind das 140.000 Menschen pro Jahr. Also brauchen die Tabakhersteller „neue Kunden”. Und sie müssen sich um ein gutes Image kümmern. Denn wer steht schon gern als Hersteller eines Produktes da, das zu Krankheit und Tod führt? Was tun die Zigarettenfirmen nun? Entscheide selbst, was du von den folgenden Beispielen hältst.

Rauchen macht abhängig und gefährdet die Gesundheit – klar!?
Sicher, es ist allgemein bekannt, dass Rauchen abhängig macht und gesundheitsschädlich ist. Aber ist das wirklich allgemein bekannt und allen klar? Noch 1994 haben die Bosse der sieben größten amerikanischen Zigarettenfirmen vor Gerichten beschworen, dass Nikotin nicht abhängig macht. Dabei wussten sie schon seit Jahrzehnten, dass das nicht stimmt. Interne Dokumente der Tabakfirmen sind in den 90er Jahren an die Öffentlichkeit gekommen – eine wahre Fundgrube für Beispiele von Lügen und Widersprüchen ...

Rauchen – eine freie Willensentscheidung informierter Erwachsener? Erwachsene Raucher seien alt genug und vor allem gut genug informiert, um selbst entscheiden zu können, ob sie rauchen oder nicht. Aber: 8 von 10 Rauchern haben damit schon angefangen, bevor sie 18 Jahre alt waren. Meist ist es eher eine Bauch- als eine Kopfentscheidung: die Eltern oder Freunde rauchen, Zigaretten gibt es überall zu kaufen. Und der Einfluss der Werbung ist nicht zu unterschätzen. Werbung zielt oft direkt auf Jugendliche …
Wichtig in diesem Zusammenhang: Wir wissen, dass Nikotin abhängig macht. Und wer abhängig ist, kann nicht mehr frei wählen und entscheiden! Viele Raucher rauchen irgendwann vor allem deshalb, weil sie nicht mehr aufhören können.
Und wer passiv mitraucht? Der hat gar keine freie Wahl.

Zusatzstoffe in Zigaretten: Schon mal Kakao oder Lakritze geraucht? Weißt du wirklich ausreichend über Zigaretten Bescheid, was alles im Zigarettenrauch steckt? Zum Beispiel die Sache mit den Zusatzstoffen?
Kein Witz: Kakao und Lakritze werden Zigaretten extra beigefügt. Dadurch sollen Raucher noch schneller und stärker abhängig werden. Lakritze dient dazu, den Zigarettenkonsum zu steigern, da es die Reizung der Schleimhäute mildert. Kakaoextrakte weiten die Lungenoberfläche aus, was die Aufnahmefähigkeit für Nikotin erhöht. Magnesiumoxid wird verwendet, um den Rauch optisch zu verändern. Der Rauch ist heller und damit weniger stark sichtbar, was dann wieder die Passivraucher beruhigt.

Es war einmal … die Light-Zigarette
Inzwischen dürfen sie zwar nicht mehr so heißen, aber es gibt sie noch: „Leichte” Zigaretten mit niedrigerem Teer- und Nikotingehalt. Nicht zuletzt die Werbung will uns weismachen, dass diese Zigaretten weniger gesundheitsschädlich – eben leichter – seien als normale Zigaretten. Das ist aber ein Märchen. Denn: Diese Zigaretten sind nicht weniger gefährlich als übliche Zigaretten.
Untersuchungen haben gezeigt:

  • Wer „leichte” Zigaretten raucht, inhaliert den Rauch stärker
  • Wer „leichte” Zigaretten raucht, raucht im Durchschnitt mehr Zigaretten als ein normaler Raucher, um Entzugserscheinungen zu vermeiden
  • Die Angaben zum Nikotin- und Teergehalt kommen aus Tests mit Maschinen. Diese Maschinen haben mit menschlichen Rauchern aber wenig gemeinsam.

Übrigens enthalten leichte Zigaretten ebenso viele Giftstoffe wie normale Zigaretten.

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Kleine Bemerkung am Rande: Studie ist nicht gleich Studie
Einige Forscher haben mal alle Studien zusammen getragen, die sich mit Rauchen und seinen Wirkungen befassten. Und sie haben dabei ermittelt, von wem die jeweiligen Forscher ihr Geld für die Studien bekamen.
Das Ergebnis ist interessant: Forscher, die von der Tabakindustrie bezahlt wurden, haben herausgefunden, dass Rauchen die Konzentrationsleistungen erhöht und Passivrauchen gar nicht schädlich ist. Was für ein Zufall!

Und was passiert anderswo in der Welt und mit der Umwelt?
Tabak muss getrocknet werden, damit er zu Zigaretten weiter verarbeitet werden kann. Das wird zum Beispiel in Ostafrika gemacht. Dort werden ganze Wälder abgeholzt, um Brennholz für die Tabaktrocknung zu bekommen. Für ein Kilogramm Tabak benötigt man bis zu 150 kg Holz. Das heißt, für eine Schachtel Zigaretten umgerechnet 2,4 kg. Oder noch anders ausgedrückt: Ein Durchschnittsraucher verbraucht alle drei Monate einen Tropenbaum.

 

Gesunde Ernährung

Wenn du mit dem Rauchen aufhörst, muss sich dein Körper umstellen. Nikotin verringert den Appetit und erhöht die Schnelligkeit des gesamten Stoffwechsels. Es ist daher nicht verwunderlich, wenn nach dem Rauchstopp der Appetit wieder zunimmt. Auch kann ein verlangsamter Stoffwechsel erst einmal zu Verdauungsschwierigkeiten führen.

In unseren Tipps zur gesunden Ernährung findest du einiges, was dir helfen kann, mit diesen Veränderungen leichter fertig zu werden.

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Mehr Infos

Weitere Informationen zum Rauchen und zu anderen Themen findest du auch unter:

 

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